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Papierlos am Arbeitsplatz

Rita macht Schluss mit Zettelwirtschaft im Büro

Seit fast 40 Jahren wird das „papierlose Büro“ ver- und besprochen. Aktuell spricht die Welt gerne von Rita: noch nicht gehört? Rita, das ist ein sprechendes, sprachgesteuertes Whiteboard. Doch wenn Rita bereits verfügbar ist, warum tut sich der Mensch so schwer von der Zettelwirtschaft loszulassen?

Die Beschäftigung mit Themen und Aufgaben ist eine Frage des Typs. Während der eine gerne Listen erstellt, die nach Erledigung abgehakt werden, möchte der andere seine Notizen aus Sicherheitsgründen lieber noch stehen lassen. Jeder Mitarbeiter hat seinen eigenen Umgang mit Technik entwickelt. Der eine greift gerne zum Hörer und sucht das direkte Gespräch, der andere bevorzugt schriftliche Kommunikation. Das papierlose Büro könnte für beide Typen funktionieren. Die Technik macht es möglich.

Sprachsteuerung ist aktuell die beste Verbindung aus beiden Welten. Sie erlaubt es, sich ganz auf den Inhalt einer Nachricht zu konzentrieren und gleichzeitig sicher zu stellen, dass die Texte anschließend in schriftlicher Form auch anderen Mitgliedern im Team zur Verfügung stehen und ggf. in Formblättern oder Datenbanken wiederzufinden sind.

…aber so einfach ist das nicht

Nicht nur im eigenen Team gibt es unterschiedliche Typen. Auch zwischen Unternehmen findet Kommunikation statt, bei der einzelne Menschen miteinander in Kontakt treten. Wir müssen uns also gut überlegen, wann und wie wir Rita, Alexa und Co. einsetzen wollen. Fühlt sich mein Ansprechpartner überhaupt wohl, wenn das Büro „mithört“ und alles aufzeichnet? Hinzu kommen Fragen wie: Was ist, wenn mein Sprachassistent sich „verhört“ oder ich mich verspreche? Wer haftet, wenn ein solcher „Verhörer“ meinem Unternehmen schadet und wie stelle ich sicher, dass vertrauliche Daten auch vertraulich bleiben? Schließlich gibt es auch rein rechtlich gesehen Dokumente, die in ausgedruckter Form vorliegen sollten – nicht ohne Grund ist das Faxgerät noch immer fester Bestandteil in Anwaltskanzleien.

Komplett wird sich Papier aus dem Büro daher wohl nie verabschieden. Trotzdem sind Sprachassistenten eine Ressource, mit der dem bürokratischen Apparat eines jeden Unternehmens effizient entgegen getreten werden kann. Wir müssen uns lediglich bewusst machen, in welchen Bereichen und für welche Aufgaben ein Smart-Office von Vorteil sein kann.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht im intelligenten Büro? Welche Vorteile oder Hürden seht ihr?

Von Jacqueline Althaller

Texten wie Profis

„Die (klassischen) Medien sind tot!“ Seit langem sind sich Pessimisten über das Ende des Journalismus einig. Allen Unkenrufen zum Trotz wird das redaktionelle Handwerk aber nach wie vor gefragt sein: Denn in Zeiten des Content-Marketing werden Unternehmen selbst zum Publisher und PR-Abteilungen zu Redaktionen.

Wir finden: Mehr als ein guter Grund für Kommunikatoren, sich einen soliden journalistischen Schreibstil anzueignen. Denn auch die Glossen, Kurzmeldungen oder Reportagen in der hauseigenen Publikation wollen ihre Leser finden. Hier kommen die wichtigsten Regeln fürs Texten redaktioneller Beiträge:

  1. Kurze Sätze: Um gleich zu Beginn ein häufiges Missverständnis auszuräumen – Satzlänge bzw. -struktur ist nicht gleich inhaltliche Komplexität. Im Gegenteil, denn je verzweigter der Sachverhalt, desto schnörkelloser sollten Autoren seine Formulierung wählen. Redaktionelle Artikel haben daher eine maximale Satzlänge von zehn bis dreizehn Wörtern. Auch Schachtelsätze gehören nicht in einen guten Text; wenngleich ein Nebensatz, der hier wie dort auftaucht, für stilistische Abwechslung sorgt.
  1. Das Aktiv formuliert, das Passiv wird gemieden: Da Passivkonstruktionen einen Text unnötig verschachteln und in die Länge ziehen, gehören sie aus dem Formulierungsschatz gestrichen. Das gleiche gilt für schwache Verben wie das häufig verwendete „können“. Aktive Formulierungen hingegen treiben den Text voran und verleihen ihm Frische.
  1. Von den Adjektiven nur die relevanten: Oftmals sind Adjektive für den Textsinn nicht relevant. So beispielsweise, wenn sie werblich („das großartige TV-Gerät“), redundant („die innovative Neuerung“) oder literarisch („die buntscheckige Kuchenglasur“) sind. In diesem Fall hat der Autor sie, ohne zu zögern, zu streichen. Auch sonst ist jedes Adjektiv genau zu hinterfragen: Der Legende nach wies der französische Zeitungsverleger Georges Clemenceau seine Redakteure an, jedes Mal zu ihm in den dritten Stock zu kommen und um Erlaubnis zu fragen, bevor sie ein Adjektiv niederschreiben. Ein kluges Verfahren, das nicht zuletzt der Fitness dient!
  1. Wer substantiviert, verliert: Eine speziell deutsche Stilkrankheit ist der Hang zur Substantivierung. Einst aus den Untiefen der Kanzleien und Amtsstuben geboren, spukt dieser böse Geist auch heute noch im Blätterwald umher. Doch leicht ist er gebannt: Jede Substantivierung lässt sich einfach auf ein Verb zurückführen, welches – im Aktiv formuliert – besser klingt.

Mit diesen einfachen Regeln ist dafür gesorgt, dass der Content zugänglich, flüssig lesbar und ansprechend ist. Garantiert!

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Social Intranets im Unternehmensalltag

Vernetzung im Unternehmensalltag: Social Intranets

Social Intranets werden immer häufiger dann eingesetzt, wenn es darum geht, die Prozesse in Unternehmen zu vereinfachen und gleichzeitig die Vernetzung voranzutreiben. Auch wenn Mitarbeiter in der Priorität der Social Media Aktivitäten aktuell noch hinter den externen Zielgruppen rangieren (siehe aktuelle Studie Social Media im B2B), lässt sich doch in der internen Kommunikation der nächste große Trend ausmachen. Dabei geht es vor allen Dingen darum, effektiver und zeitsparender zusammenzuarbeiten: Verbesserte Teamarbeit und Social Collaboration als zentraler, generationsübergreifender Ankerpunkt sind wünschenswerte Ziele. Was in der Theorie nach paradiesischen Zuständen klingt, ist in der Praxis oft geprägt von Problemen mit der Handhabung durch fehlende Einarbeitungszeit sowie zum Teil durch Skepsis gegenüber dem wahren Nutzen. Große Unternehmen sind mit Tools wie Sharepoint (Microsoft), Yammer (IBM) und Chatter (Salesforce) seit Jahren auf dem Markt. In jüngster Zeit haben neue, kleinere und vor allem flexiblere Tools hier Einzug gehalten, wie z.B. IdeaCloud, Social Chorus oder HumHub.

 
Kurz-Portrait HumHub: Do it like Facebook

Eines der kleineren Social Intranets ist HumHub. Von der Münchner Web Agentur zeros+ones entwickelt, wurde HumHub Ende Februar 2015 als eigenständiges Unternehmen ausgegründet. Geschäftsführer und Mitgründer ist Lucas Bartholemy. Als Social Network Software, die auf dem PHP Framework Yii basiert, positioniert sich die Software selbst als Werkzeug zur Gestaltung eigener sozialer Netzwerke für die interne Unternehmenskommunikation und -zusammenarbeit.
Das Aussehen von HumHub ist aufgeräumt minimalistisch und orientiert sich in großen Teilen klassischerweise an Facebook, was die Nutzung vertraut macht. Es kann sowohl in kurzer Zeit selbst installiert werden, als auch als Software as a Service (SaaS) vom Hersteller gehostet werden. Zudem wird eine Enterprise Edition angeboten, die besondere und individuelle Funktionen für Unternehmen beinhaltet.

 
Was macht Humhub so besonders?

Die Social Network Software zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • Responsive Open Source-Lösung (geplant: HumHub App)
  • Einfache Installation (inhouse)
  • Komplette Integration via „LDAP“ (zentrale Erfassung der CRM-Datenbank)
  • Eigene Profil-Gestaltung
  • Einfache Handhabung (Anlehnung an Facebook)
  • Info & Project Management
  • Adaption an CI-Faden möglich
  • Geeignet auch für sehr kleine Teams (bis 5 Mitarbeiter)
  • Vernetzung von bis zu 1.000 Usern (geplant: 10.000)

Neben sehr umfangreichen Sprachauswahl (derzeit in über 18 Sprachen internationalisiert), die jederzeit flexibel geändert werden kann, gibt es sogenannte „Spaces“ (analog zu den Facebook-Gruppen), die die primäre Austauschplattform für die User bilden. Dabei kann jedes Space mit Hinblick auf Zugriffsmöglichkeiten, Sichtbarkeit und Modul-Auswahl einzeln definiert und dem Verwendungszweck exakt angepasst werden. Ein Beispiel: Unternehmen möchte für jeden Standort und jede Abteilung Spaces einrichten, so dass die Inhalte nur für die entsprechenden Mitarbeiter des jeweiligen Standortes bzw. der Abteilung sichtbar sind.

 

Wie werden Social Intranets von Mitarbeitern angenommen?

Die genannten Tools der Großkonzerne Microsoft, IBM und Salesforce kommen derzeit zwar in vielen Unternehmen hierzulande zum Einsatz, jedoch gibt es mit Hinblick auf die vollständige Akzeptanz (Usability) und vollumfängliche Integration in den Arbeitsalltag großen Nachholbedarf. Da stellt sich die Frage: Was genau braucht es, damit Social Intranets von den Mitarbeitern als sinnvolle, alltägliche Begleiter wahrgenommen werden?
Dazu hat CEO und Gründer Lucas Bartholemy eine deutliche Antwort: „Es muss ein Angebot von Tools verfügbar sein, das den Mitarbeitern Mehrwerte bietet. Zum Beispiel: Es sollte ein Datei-Verwaltungstool für den schnellen Überblick zu Projekten, ein Meeting-Modul, welches u.a. den Export von PDF-Dateien ermöglicht und ein integriertes Modul zur Stundenerfassung geben, damit alle wichtigen Aspekte gebündelt an einem Ort zu finden sind. So verhindert man die Suche nach Alternativen. Dies führt bei einfacher Handhabung zu einer immensen Vereinfachung der täglichen Zusammenarbeit, in dem die Flut an E-Mails innerhalb der Projektmitglieder stark reduziert wird.“

 

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Social Intranets innerhalb Ihres Unternehmens gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Einschätzungen zu diesem Thema!

 

Von Jacqueline Althaller

 

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Spin it like Cicero!

Was die Meister der antiken Rhetorik uns über erfolgreiche Krisenkommunikation verraten

Ob Ölpest, Abgasbetrug, Doktortitel-Plagiate oder einfach nur schlechte Geschäftsergebnisse: Prominente, Unternehmen und Institutionen sind vor Kommunikationskrisen niemals sicher. Wenn sich das Gewitter negativer Berichterstattung zusammenbraut, schlägt die Stunde der Kommunikatoren. Der richtige „Spin“ entscheidet im Ernstfall darüber, ob sich eine handfeste Krise überwinden lässt oder nicht.

Bereits im alten Rom war man sich der Wichtigkeit einer standfesten Verteidigung bewusst. Denn nicht nur auf dem Forum, sondern auch im Gerichtsaal entschied die Öffentlichkeit über Aufstieg und Fall der Politiker und anderer wichtiger Personen. Unvergessen (zumindest für Lateinschüler!) sind beispielsweise die Prozesse, welche Altmeister Marcus Tullius Cicero gegen den Verschwörer  Catilina führte. Um für gerichtliche Vorwürfe gewappnet zu sein, entwickelten die Rhetoriklehrer der Antike deshalb die sogenannte „Statuslehre“. Da sich diese auf Verteidigungsfälle jeglicher Art anwenden lässt, ist sie auch heute noch von Vorteil.

Vier Ringe der Verteidigung

Die Statuslehre unterscheidet vier grundsätzliche Positionen, welche sich bei der Entgegnung eines Vorwurfs einnehmen lassen.

  1. Status coniecturalis: Im Status der Konjektur („Mutmaßung“) streitet der Verteidiger die Tat prinzipiell ab. Hat sich die Tat wirklich so abgespielt? War es wirklich der Angeklagte, der die Tat begangen hat? Dieser Status eignet sich dann, wenn noch nicht zweifelsfrei geklärt, ob ein Vorwurf aus den Fakten heraus zu belegen ist.
  2. Status definitivus: Diese Position gibt dem Vorwurf zwar grundsätzlich statt, definiert jedoch einen weniger gravierenden Tatbestand. Im Status der Definition ist der Reputationsverlust also nicht mehr zu verhindern. Anwälte und Spin Doctors versuchen lediglich, ihn zu minimieren. Beispielsweise würde er argumentieren, dass es sich bei einer falschen Abrechnung statt um vorsätzlichen Betrug nur um Fahrlässigkeit gehandelt habe.
  3. Status qualitatis: Im Status der Qualität kann der Tatbestand nicht mehr geleugnet oder umdefiniert werden. Eine Rechtfertigung auf ethisch-moralischer Ebene soll aber dazu führen, dass eine mildere Strafe herausspringt. Dabei kann es sich um Befehlszwang oder sonstwie schwierige Umstände handeln: Da sich der Angeklagte so verhalten musste, wiegt seine Schuld weniger schwer.
  4. Status translationis: Sollte auch hierfür keine Grundlage bestehen, bietet sich der Status der Translation an. Ursprünglich im Gerichtswesen fußend, bezeichnet dieser die Anfechtung der Zuständigkeit des Gerichtswesens. Übertragen auf das Feld der PR würde dies bedeuten, die Rechtmäßigkeit des Angriffs in Frage zu stellen; beispielsweise weil sein Urheber selbst wenig integer ist.

Vogel-Strauß- oder Salami-Taktik?

Wann welcher Status in Frage kommt, hängt vom gegenwärtigen Stand der Sachlage ab. Grundsätzlich beginnen Kommunikatoren im stärksten Status, nämlich dem der Konjektur. Bei weiteren, ungünstigen Entwicklungen kommen die schwächeren in der obigen Reihenfolge zum Einsatz.  Aber Vorsicht! Wer einmal den Status der Konjektur eingenommen hat und widerlegt wird, hat mit einem schwindelerregenden Glaubwürdigkeitsverlust zu rechnen. Deshalb ist die wichtigste Aufgabe eines Krisenberaters: Die Sachlage ganz genau zu prüfen, bevor er den „Spin“ der Verteidigung herstellt.

Das „scheibchenweise“ Rutschen von einer Position in die nächste (auch als „Salami-Taktik“ bekannt) ist hingegen wenig hilfreich. Es bewirkt, dass die Presse immer neue Nachrichten erhält; somit bleibt der Skandal am Kochen. Noch verheerender ist es, zu schweigen („Vogel-Strauß-Taktik“). Wer dies tut, liefert sich dem öffentlichen Urteil völlig aus. Es gilt: In jeder – auch noch so schlechten – Situation ist zumindest ein Status zu finden, der sich halbwegs überzeugend darstellen lässt.

Krisenkommunikation in digitaler Hochgeschwindigkeit

In der Rhetorik hat sich seit dem alten Rom im Prinzip nicht viel verändert. Für moderne Kommunikatoren kommt jedoch als besondere Herausforderung hinzu,  dass das Internet die Nachrichtenlandschaft globalisiert und auf ein Höchstmaß beschleunigt hat. Schädliche Informationen, Meinungen und Narrative können im Millisekundentakt auftauchen. Auch wenn intelligente Analyse Tools wie beispielsweise Cogia Abhilfe schaffen: Um durchwachte Nächte und einen erhöhten Pulsschlag kommen die Ciceros der heutigen Zeit wohl nicht herum.

von Felix Schönherr, Sugar & Spice Communications

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Trend-Manipulation: Social Bots in den sozialen Medien

Was tun mit Social Bots?

Seit einigen Monaten nimmt die Anzahl an Social Bots und der Umfang ihres Wirkungskreises stetig zu. Meinungsbildungsprozesse in sozialen Medien sind ihnen längst zum Opfer gefallen – haben wir es nun mit neuen Einflussfaktoren in Form von autonom agierenden Bots („Roboter“) zu tun?

Die Roboter verschleiern ihre wahre Identität getarnt als Chat-Bots und sind durch die rasante, technische Entwicklung in diesem Bereich von echten Menschen – vor allem mit Hinblick auf Tonalität, Wortwahl und Aktivitätsrate – kaum noch zu unterscheiden. Konkret bedeutet das, dass die automatisierten Accounts ständig lernen und ihre Aktivitäten an ihr Umfeld anpassen, z.B. nachts keine Beiträge absetzen, um nicht enttarnt zu werden.

Ihr Hauptziel ist es, die öffentliche Meinung durch automatisch generierte Inhalte und Interaktionen gezielt zu beeinflussen.Nun stellt sich die Frage: Wie funktionieren Social Bots und wo sind sie am häufigsten anzutreffen?

 

Russische Anbieter – Hauptvorkommen: Twitter

Die Hürden, die man nehmen muss, um das Ruder zur Steuerung von Social Bots selbst in die Hand zu nehmen, sind nicht hoch. Lediglich drei Elemente bedarf es, um dieses Ziel zu erreichen:

Registrierte Nutzer-Accounts (z.B. auf Facebook, Twitter), eine automatisierte Schnittstelle (API) des gewünschten Social Network sowie ein Programm zur automatischen Steuerung der Bot-Accounts. Das Angebot auf dem vornehmlich ausländischen Markt und die Preisspanne variieren minimal; unterschieden wird zwischen einfachen Twitter-Accounts, gealterten Facebook-Accounts sowie manuell erstellten Fake-Accounts. Die Kosten belaufen sich hier auf 45 bis 150 $.

Ferner ist es wichtig zu erwähnen, dass soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter APIs kostenlos zur Verfügung stellen und es hier große Unterschiede mit Hinblick auf den jeweiligen Registrierungsprozess und die Benutzerfreundlichkeit gibt. Hier gilt das Prinzip: Je einfacher der Zugriff, desto höher die Anzahl an Social Bots. Dies wiederrum bedeutet, dass vor allem Twitter und Instagram beliebte Anlaufstellen für Social Bots sind, da der API-Zugriff hier einfacher ist.

 

Einfluss durch Manipulation: Sind Social Trends in Gefahr?

Blickt man auf die schieren Datenmengen, die sich aus den automatisch generierten Bot-Nachrichten ergeben, ist eine Manipulation der Social Trends nicht mehr auszuschließen. Die Auswirkungen – wenn auch subtil –  insbesondere auf politische Debatten und die öffentlichen Meinungen lassen sich an dem aufgeheizten Klima erahnen, das insbesondere bei Themen rund um die Flüchtlingskrise und -politik hierzulande zu beobachten ist.

Ähnliche Szenarien sind beim diesjährigen US-Wahlkampf, der Brexit-Debatte sowie im vergangenen Jahr im Rahmen des Ukraine Konflikts zu finden. Zudem lässt sich eine Manipulation an einer Vielzahl von Likes („Gefällt mir“)  und Shares („Geteilte Inhalte“) für bestimmte Inhalte erkennen, die dadurch von den Algorithmen der Social Networks als beliebt eingestuft und präferiert ausgespielt werden.

 

Beispiele für verschiedene Strategien der Manipulation durch Social Bots:

  1. Verfälschung von Trends durch gezielte Popularisierung von Hashtags
  2. Verknüpfung von Schlagwörtern zur Umleitung auf bestimmte Inhalte, z.B. aus dem rechten Spektrum
  3. Verbreitung von Falschinformationen
  4. Social Engineering Strategien zur Einflussnahme auf die User
  5. (Automated) Spear-Phishing (Individualisierung von Nachrichten zur Verbreitung von Schadsoftware)

 

Wie geht es in Zukunft weiter?

In Zukunft werden Social Bots ein ständiger Wegbegleiter in den sozialen Netzwerken sein. Somit wird sich alles um die Definition und Entwicklung von Gegenmaßnahmen drehen, die zur Identifizierung von Bots beitragen. Ferner ist parallel dazu mit einer stetigen Weiterentwicklung der Bot-Technik zu rechnen, so dass Privatpersonen und Unternehmen zunächst einen Zugang zur Thematik bekommen sollten. Hier empfiehlt es sich, vor allem die verantwortlichen Mitarbeiter besonders für die Problematik zu sensibilisieren.

Abschließend gilt es noch zu resümieren, dass

 

  • eine Manipulation bei singulären Ereignissen, z.B. Krisensituationen, Wahlen, nicht ausgeschlossen werden kann und
  • ein neues Grundprinzip für die Arbeit im Bereich Social Media gilt: Quantität in Form von hoher Reichweite und Interaktionsrate (Likes, Comments, Shares) ist kein Indiz mehr für qualitativ hochwertigen Content.

 

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Social Bots sowohl privat als auch innerhalb Ihres Unternehmens gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Einschätzungen zu diesem Thema!

 

Von Jacqueline Althaller

 

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Der Aufstieg der Sprachroboter

Das Glas erklingt von lieblicher Gewalt,

Es trübt, es klärt sich; also muss es werden!

Ich seh’ in zierlicher Gestalt

Ein artig Männlein sich gebärden.

Was wollen wir, was will die Welt nun mehr?

Denn das Geheimnis liegt am Tage.

Gebt diesem Laute nur Gehör,

Er wird zur Stimme, wird zur Sprache.

Mit diesen Worten beschreibt Goethe im zweiten Teil seines Dramas Faust die Erzeugung des Homunculus, eines sprachbegabten Wesens aus dem Labor. Sicher ist der Traum von einer solchen künstlich erzeugten Intelligenz älter als das zitierte Stück, womöglich so alt wie die Menschheit selbst. Mittlerweile haben die technischen Möglichkeiten des Internets jedoch Dinge möglich gemacht, welche sich noch zu Goethes Zeiten allenfalls im Reich der Fiktion abspielten: Zum Beispiel Maschinen, die sich mit uns unterhalten.

In den sozialen Medien ist dieses Phänomen bereits Realität und unter dem Schlagwort des „Chatbot“ (engl. für Konversations-Roboter) bekannt. So werden Profile bezeichnet, die vordergründig den Anschein eines ganz normalen, menschlichen Nutzers erwecken – im Hintergrund jedoch werden sie von einem Computerprogramm gesteuert, das automatisch Meldungen versendet und mit anderen Nutzern interagiert: als eine Art kommunizierende künstliche Intelligenz.

Ein Bot für alle Fälle

Ganze Netzwerke solcher Chatbots kommen momentan vor allem in der politischen Kommunikation zum Einsatz: In einer aktuellen Studie von Simon Hegelich, Professor für Political Data Science an der Technischen Universität München wird der Anteil künstlicher Twitter-Follower bei den beiden US-Präsidentschaftskandidaten auf etwa 30 Prozent geschätzt. Derzeit folgen demnach etwa 4 Millionen Roboter Donald Trump und 3 Millionen Roboter Hillary Clinton. Sie sind eifrig dabei, den Kampf ums Weiße Haus mit zu diskutieren. Auch im Zuge des Ukraine-Konflikts sind umfassende Chatbot-Netzwerke, vor allem auf Twitter, im Einsatz. Die Roboter verbreiten Sportnachrichten, erzählen Witze – und streuen Propaganda. Durch die Benutzung bestimmter Hashtags üben sie auch Einfluss auf den Trend-Algorithmus der beliebten sozialen Plattform aus.

Ein solches Netzwerk aufzusetzen hat angesichts seiner Möglichkeiten einen vergleichsweise geringen technischen und finanziellen Aufwand. In der Regel werden zunächst manuell oder auch automatisch erstellte Nutzerkonten im Paket erworben; über die bei den meisten Social-Media-Plattformen vorhandene Programmierschnittstelle werden diese mit einem Steuerungsprogramm verbunden und können für ihren Auftrag konfiguriert werden. Das Netzwerk lässt sich dann beliebig auf tausende oder sogar zehntausende Profile skalieren. Insbesondere über die Trend-Manipulation lässt sich mit solchen Chatbot-Schwärmen strategisches Agenda-Setting betreiben, was unter Umständen weitreichende Folgen haben kann.

Facebook, IBM & Co. treiben die Entwicklung voran

Sicherlich spielt sich die Beschaffung und das Betreiben von Chat Bot-Netzwerken oft innerhalb rechtlicher Grauzonen oder sogar jenseits von diesen ab. Doch die Entwicklung der Technologie ist beileibe nicht auf die Tätigkeit von Hinterhoftüftlern oder gar Kriminellen beschränkt. Nahezu alle großen IT-Konzerne investieren in sie. Beispielsweise rüstete IBM seinen Supercomputer Watson erst kürzlich mit Funktionen für Sprachverständnis und -interaktion aus. Das Gerät soll nun in der Lage sein, Nachrichten im SMS-Format richtig einzuordnen und auf Fragen selbstständig zu antworten. Facebook regt Entwickler sogar auf dem unternehmenseigenen Blog an, Bots für seinen Messenger zu erstellen und einzusetzen.

Doch nicht alles läuft rund in der schönen neuen Welt der Sprachroboter: Microsoft etwa erlitt mit der Demo-Version seines Chatbots „Tay“ Schiffbruch. Grund hierfür war, dass sich das Programm zu schnell an die Interaktion mit echten Nutzern anpasste. Unmittelbar nach der Live-Schaltung „fütterte“ eine Gruppe rechtsextremer Twitter-Nutzer den Chatbot mit Hassparolen, welche dieser in ähnlicher Form durchs Netz schleuderte. Nach kurzer Zeit wurde Tay deshalb wieder vom Netz genommen. Dies zeigt, dass auch die künstliche Intelligenz noch viel zu lernen hat, insbesondere wenn es um die richtige Kontextualisierung von Inhalten geht.

Die Automatisierung der Kommunikation

Wie sich die Programme im täglichen Geschäft einer Kommunikationsagentur niederschlagen werden, ist im Moment noch nicht deutlich abzusehen. Die Branche wird jedoch nicht umhin kommen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Angesichts der vielen künstlichen Profile werden PR-Berater und ihre Kunden Social-Media-Analysen wohl mit steigender Vorsicht genießen; denn ob ein Mensch oder ein Roboter Inhalte anklickt und teilt, kann hier nicht mehr zweifelsfrei unterschieden werden. Eine ähnliche Diskussion hat bereits die Online-Werbung erreicht. Die Chatbot-Technologie könnte aber gerade auch Kommunikatoren große Vorteile bieten. Beispielsweise lässt sich mit ihr die Distribution von Inhalten, aber auch einfache Kommunikationsvorgänge wie Einladungen zu Veranstaltungen effizienter gestalten. Voraussetzung für den Einsatz in der (seriösen) Kommunikationsbranche ist natürlich, dass PR-Bots eindeutig als solche zu erkennen sind.

Eines scheint jedoch sicher: Die Sprachroboter sind da und werden so schnell nicht wieder verschwinden.

Von Felix Schönherr, Sugar & Spice Communications

 

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Enterprise 2.0: Facebook im Büro für alle?

Social Media in der Unternehmenskommunikation

Den Durchbruch für Social Media in der internen Kommunikation hat es laut einer Studie von Gartner bereits im Jahr 2013 gegeben. Vor 3 Jahren also – das ist schon eine Weile her. Wenn es dabei um das übergeordnete Ziel beim Einsatz von Social Business geht, dann tauchen immer wieder Begriffe wie „Steigerung der Produktivität“, „Effizienzsteigerung der Mitarbeiter“ sowie „Innovationsförderung“ auf. Letzteres wird dabei besonders groß geschrieben. Nun stellt sich die Frage:
Wie ist es aktuell mit der Nutzung und dem Umgang von Social Media in Unternehmen hierzulande bestellt?

[Tweet „Enterprise 2.0: Social Media ist noch nicht angekommen“]

Viel genutzt?

Betrachtet man nun die Auswirkungen, die eine Nutzung von Social Media in der internen Kommunikation mit sich bringt, so werden diese bisher durchweg positiv bewertet: Laut der „Enterprise 2.0 – Status Quo 2015“-Studie (Wiesbaden Business School in Kooperation mit der Plattform feelgood@work), die in diesem Bereich State-of-the-Art ist, gaben 87% der Befragten an, dass sich die Kommunikation und Zusammenarbeit erheblich verbessert habe. Dies deckt sich mit den Erwartungen, die Unternehmen an Enterprise 2.0-Maßnahmen stellen: Offenere Kommunikation (55%), stärkere Mitarbeiter-Vernetzung (51%) und offenerer Informationszugang (38%). Im Widerspruch dazu stehen die Risiken, die Unternehmen darin sehen: Datenschutzprobleme (46%), Minderung der Produktivität (38%) und fehlender Nutzen (28%).

Gearbeitet wir mit verschiedenen Boards, die dem entsprechenden Thema zugeordnet werden – man kann diese privat nutzen oder innerhalb einer Gruppe Boards erstellen, die dann alle einsehen können bzw. ganz öffentlich machen, so dass jeder mit dem Link das Board einsehen kann. Mit Hilfe von Administratorenrechten, denen man den Mitgliedern der Gruppe zuweist, kann man diese Boards verschieden bearbeiten.

Workplace by Facebook: Noch mehr Social?

Facebook zettelt derzeit einen Preiskampf an, um sich seinen Platz in der internen Unternehmens-Kommunikation zu sichern. Mit Workplace by Facebook sollen Mitarbeiter gesondert zu ihrem – falls vorhanden – privaten Facebook-Account interagieren und kommunizieren können. Lediglich das Design (Grautöne) ist dabei unterschiedlich – die gewohnten Funktionalitäten, wie z.B. Newsfeed, Gruppen, Chats bleiben gleich.
Die Gefahr einer Dissolution zwischen Privat- und Berufsleben ist gegeben, so dass Unternehmen hier den Fokus stärker auf eine konkrete Strategie setzen sollten. Dies hat die „Enterprise 2.0 – Status Quo 2015“-Studie ebenfalls belegt: Trotz klarer Zielsetzung verfügen Unternehmen nicht über eine konkrete Strategie. Die große Mehrheit, jedes dritte Unternehmen, agiert situationsbezogen mit Hinblick auf die Integration von Enterprise 2.0 in die Arbeitswelt.
In diesem Punkt lässt die Studie allerdings deutlich erkennen: Firmen mit einer klar definierten Digital-Strategie sind erfolgreicher und stufen die Aktivitäten ihres Unternehmens ebenfalls als erfolgreich ein (97%).

Großen Handlungsbedarf gibt es auch beim Thema abteilungsübergreifende Zusammenarbeit sowie beim Thema Training: Hier besteht eine große Diskrepanz zwischen den erwarteten Kompetenzen der Mitarbeiter und den angebotenen Trainingsmaßnahmen.

Dieser Sachverhalt fügt sich nahtlos in die bekannte Problematik der Digitalisierung der Arbeitswelt ein, welche die sozialen und kommunikativen Kompetenzen der Mitarbeiter fordert. Unternehmen erwarten vor allem, dass die Angestellten offen gegenüber neuen Kommunikationsmethoden sind und diese auch anwenden können.

Beispiele für Enterprise 2.0. Tools

  • Basecamp (Projektmanagement & Team-Koordinations-Tool)
  • Coyo (Enterprise Social Network)
  • Feedly (Cloud-Dienst zum Lesen von RSS- und Newsfeeds)
  • HumHub (Social Intranet & Enterprise Social Network)
  • Social Chorus (Enterprise Social Network)
  • Trello (Projektmanagement-Software)

Welches Tool ist für mein Unternehmen geeignet?

Um eine erfolgreiche Implementierung und Nutzung der vorgestellten Tools zu gewährleisten, müssen ein paar grundlegende Bedingungen erfüllt sein. Hierfür ist es zum einen wichtig im Vorfeld abzuklären, ob das Tool zur Zielerreichung innerhalb des Unternehmens beiträgt, z.B. Kosten- und Zeiteinsparungen durch virtuelle Team-Meetings. Hier sollte es als sinnvoller Bestandteil der übergeordneten Digital-Strategie erfasst werden.
Zum anderen sollte die Verantwortung stärker bei der Geschäftsführung oder zu diesem Zweck eingerichteten E2.0-Einheiten liegen, um eintretenden organisatorischen sowie kulturellen Veränderungen und den daraus resultierenden Konsequenzen frühzeitig und effizient entgegenwirken zu können.

Mit Enterprise 2.0. Tools hat man also sehr viele Möglichkeiten, die die Digital-Strategie gewinnbringend ergänzen können und dadurch auch von den Mitarbeitern des eigenen Unternehmens als sinnvolle Zeitinvestition wahrgenommen werden, die zur Stärkung der Mitarbeiter-Kommunikation sowie Produktivität beitragen und nicht zuletzt einen Innovationsfaktor darstellen.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Enterprise 2.0. in Ihrem Unternehmen gemacht? Ist es ein wertvoller Innovations- und Zeitfaktor oder eher hinderlich? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Einschätzungen, wie Sie der Digitalisierung der Arbeitswelt begegnen!

 

Von Dr. Hans-Wilhelm Eckert

 

B2B Social Media Trends: Studie 2016

B2B Social Media Trends: Studie 2016 liefert Antworten auf zentrale Fragen

Bereits im sechsten Jahr hat der Erste Arbeitskreis Social Media in der B2B-Kommunikation eine Studie zum Nutzungsverhalten von B2B-Unternehmen im Bereich Social Media durchgeführt. Aktuell wird die Studie ausgewertet, allerdings lässt sich schon heute ein erster Ausblick auf die Studienergebnisse geben.

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass es in der B2B Kommunikation längst nicht mehr um die Frage geht, ob Social Media eine Rolle spielt, sondern welche Kanäle welche Rolle im Kommunikationsmix spielen.

In seiner aktuellen Umfrage geht der Erste Arbeitskreis für Social Media in der B2B-Kommunikation dieser Thematik nach und befasst sich mit folgenden Fragen:

  • Wie haben sich Social Media im vergangenen Jahr weiterentwickelt?
  • Welche Trends und Entwicklungen zeichnen sich ab?
  • Welche Erwartungen hat die B2B-Community an Social Media?

B2B Social Media Trends: Ländervergleich

Ein besonderer Fokus liegt in der aktuellen Studie auf dem Vergleich Deutschland – Österreich. In diesem Jahr wurde die Studie zusätzlich über den Dialog Marketing Verband Österreich distribuiert – so können Vergleiche zwischen beiden Ländern gezogen werden.

Dieses Jahr liefern wir die Antworten auf die Fragen:

  • Wo ist Social Media organisatorisch angesiedelt – in eigenen Teams oder in den bestehenden Kommunikationseinheiten PR und Marketing?
    In den vergangen Jahren sind eigene Social Media Einheiten entstanden – neben den klassischen Kommunikationseinheiten PR und Marketing. Setzt sich dieser Trend fort oder schwächt er sich ab?
  • Welche Rolle spielt Social Media in der Kommunikationsstrategie?In den vergangenen Jahren hat sich abgezeichnet, dass der Großteil der Unternehmen über eine Social Media Strategie verfügt. Ist diese Teil der gesamten Kommunikationsstrategie oder folgt sie eigenen Regeln?
  • Was sind die Top 5 der Social Media Kanäle für B2B-Unternehmen und welche Rolle spielen Plattformen wie Snapchat?
    Snapchat, Persicope, Instagram: wie diese Tools auch für B2B-Unternehmen eingesetzt werden können, haben wir auf diesem Blog bereits gezeigt, zuletzt über Instagram Stories. Aber werden diese Kanäle bereits angenommen oder sind die klassischen Kanäle wie Facebook, LinkedIn oder XING weiterhin Spitzenreiter? Welche Kanäle stehen an der Spitze und wo zeigt sich Potenzial für die Zukunft?
  • Ist Social Media inzwischen in der internen Kommunikation angekommen?
    Viele Funktionen der Social Media – Foren, Netzwerke, Messenger, Kommentare etc. – lassen sich auch hervorragend für die interne Kommunikation, für Wissensmanagement und kollaborative Ansätze nutzen. Aber wo liegt der Fokus bei den Social Media Aktivitäten – spielen sie auch für die interne Kommunikation eine Rolle?
  • Wie strategisch und differenziert werden die einzelnen Plattformen bespielt?
    Trotz steigender Anzahl an Unternehmen mit einer Social Media Strategie ließ sich erkennen, dass die Kanäle noch nicht ausreichend differenziert bespielt wurden. Ist das Gießkannenprinzip auch in diesem Jahr vorherrschend und welche Rolle spielt Social Media Monitoring inzwischen?
  • Welche länderspezifischen Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich erkennen?Und sind Gemeinsamkeiten zwischen den Nachbarländern? Unterscheiden sie sich hinsichtlich Akzeptanz, Durchdringung von Social Media Nutzung? Und wo liegen die Gründe dafür?
  • Wohin geht die Reise bei Social Media im B2B-Unternehmen? An welchen Branchen können sich Unternehmen schon jetzt orientieren?

Wir freuen uns hier in Kürze die Erkenntnisse der aktuellen Studie vorzustellen. Das Besondere an der Studie des Ersten Arbeitskreis Social Media in der B2B-Kommunikation ist, dass die Fragen von den Unternehmen geliefert werden. Inhalte der Studie sind also genau die Themen, die die B2B-Unternehmen bewegen. Vertreten sind dabei Unternehmen von der Automobilindustrie bis hin zu Verkehr & Logistik. Der Arbeitskreis trifft sich regelmäßig und diskutiert aktuelle Entwicklungen und Trends.

Zu den Erkenntnissen des vergangenen Jahres: Social Media Stratgie für B2B-Unternehmen, Warum eine You Tube Strategie für Unternehmen wichtig ist, Social Media Verantwortung und Social Media Guidelines

Merken Sie sich jetzt schon die Veröffentlichung vor: Ende September publizieren wir die Ergebnisse der Studie. Wollen Sie direkt benachrichtigt werden? Dann schicken Sie uns doch Ihre E-Mail-Adresse mit dem Betreff „Studienergebnisse 2016“.

 

Von Jacqueline Althaller

 

Marketing und PR - Customer Journey

Marketing und PR – mehr als die Summe ihrer Teile

Bessere Zusammenarbeit von Marketing und PR anhand der Customer Journey

 

Marketing und PR sind heutzutage eng miteinander verknüpft und keine getrennten Disziplinen. Es gilt, das Silodenken abzulegen, Synergien zu nutzen und das Bewusstsein für die jeweilige andere Disziplin auszubauen und in die Arbeit einfließen zu lassen. Anhand der Customer Journey und den damit verbundenen Phasen, welche den Kunden von der ersten Wahrnehmung bis hin zur Kaufentscheidung begleiten, lässt sich gut betrachten, an welchen Schnittstellen die PR effektiv mitwirken kann.

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, zunächst die Perspektive der Customer Journey einzunehmen und darauf aufbauend die PR-Aktivitäten zu planen. [Tweet „Die #CustomerJourney  ist der ideale Ausgangspunkt, um PR-Aktivitäten zu planen.“]

Bekannte Marketing Modelle wie das AIDA-Prinzip (Awareness, Interest, Desire, Action) – oder die etwas aktuellere DAGMAR-Formel (Defining Advertising Goals for Measured Advertising Results) bilden gute Grundlagen um sich über ökonomische Ziele und Kommunikationsziele von Marketing-Maßnahmen im Klaren zu werden und zeigen die „Angriffsfläche“ der PR innerhalb des Kommunikationsprozesses

 

Die Customer Journey aus Sicht von Marketing und PR begleiten

 

  1. Phase: Awareness

In der Phase, in welcher der Kunde auf das Produkt oder die Leistung, die es zu vermarkten gilt, aufmerksam gemacht wird, bieten sich  erste Möglichkeiten, gezielt relevante Informationen zu platzieren. In den letzten Jahren hat sich der Prozess der Kaufentscheidung geändert – Käufer sind fünf Mal abhängiger von relevanten Contents als in den letzten fünf Jahren – es ist von Interesse, möglichst viel Content zu generieren, der gleichzeitig möglichst präsent ist und erste grundlegende Informationen vermittelt. Der Kunde kann mittlerweile auf vielen Wegen angesprochen werden und ist dank Internet immer und überall erreichbar. Online Ads, Blogartikel und Online-Veröffentlichungen stellen sicher, dass die Informationen ständig und überall an den potenziellen Kunden gebracht werden können. Um weiteres Interesse bei dem Kunden zu wecken, können sie zu Live Events eingeladen werden, auf denen persönliche Kontakte optimiert und die grundlegenden Informationen gezielt verbreitet werden. Durch Lead-Erfassung werden neu geknüpfte Kontakte schnell erfasst und direkt verarbeitet. Dies ermöglicht im Nachgang weiterführende Informationen gezielt und personalisiert an die potenziellen Kunden heranzutragen.

  1. Phase: Favorability

In der zweiten Phase gilt es, das geweckte Interesse des potenziellen Kunden zu erhalten und seine Aufmerksamkeit aufrecht zu halten.Durch crossmediale Kampagnen erreichen ihndann weitere, auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Informationen, die ihn in seinem Kaufprozess optimal unterstützen. Um die Customer Journey und den Entscheidungsprozess weiterhin erfolgreich zu begleiten, kommen dann auch PR-Tools wie Newsletter zum Tragen, mit denen passgenaue Inhalte in regelmäßigen Abstanden an den Kunden herangetragen werden. Hier können dann auch relevante Inhalte zum Download angeboten werden, die bei Interesse dem Kunden nahelegen, sich weitere Informationen zu beschaffen. Ähnlich wichtig sind in dieser Phase sind auch gut platzierte Veröffentlichungen meinungsbildender Medien, die dem potenziellen Kunden als glaubwürdige Orientierungshilfe dienen.

  1. Phase: Consideration und
  2. Phase: Intent to Purchase

Auch in der dritten Phase, bei der der Kunde für das Produkt entscheidet und der vierten Phase in der die Kaufabsicht konkretisiert wird sollte die Customer Journey weiterhin durch zielgerichtete Kommunikationsmaßnahmen unterstützt werden. In dieser Phase wird der Kontakt zu dem Sales-Bereich verstärkt um mithilfe Sales-relevanter Fragen progressiv den Prozess zu unterstützen.

  1. Im Anschluss an Phase 5 Conversion:

Die während und nach dem Kaufprozess gesammelten Daten, wie etwa aus dem Nutzungsverhalten, können nun genutzt werden, um Up- und Cross-Selling Potenziale zu adressieren und so gezielter neue mögliche Kunden ansprechen zu können. Hier hilft die gezielte Pflege der sozialen Netzwerke, da auf diesen Plattformen Feedback von den schon gewonnenen Kunden erfasst wird und unter Umständen zeitnah darauf reagiert werden kann. Dieses Feedback wiederum dient dazu, die Customer Journey zu optimieren.

 

Catherine Warrilow beschreibt in einem Artikel der PR Week drei grundlegende Aspekte, die zeigen welche Aspekte, die im Marketing fest verwurzelt sind, auch für die PR zentral sind:

  • Suchmaschinenoptimierung gehört zum Verfassen eines jeden Textes – sei er für eine Werbekampagne oder eine Pressemitteilung.
  • Die Anziehungskraft guten Contents ist nicht zu unterschätzen. Es geht aber nicht nur um den einzelnen Artikel oder Blog-Beitrag, sondern auch um das Umfeld. Welche weiteren interessanten Artikel findet der Leser auf der Webseite, damit er weiterliest und wiederkommt. In jeden Text sollte immer die Überlegung, wer der Leser ist und was ihn antreibt und interessiert.
  • Damit verbunden ist auch die Ansprache von bestimmten Zielgruppen. Wen genau möchte ich mit meinem Text ansprechen, wer sind relevante Influencer und was brauchen sie um Interesse zu zeigen.

 

Marketing und PR profitieren voneinander, wenn sie Qualitätsstandards beachten und zusammenarbeiten. Gemeinsam mit dem Vertrieb eines Unternehmens kann auf diese Art und Weise punktgenau mit Influencern und Journalisten kommuniziert werden und gleichzeitig werden neue Kunden gewonnen.

 

Von Jacqueline Althaller

 

Social Media in der internen Kommunikation

Social Media in der internen Kommunikation

Tools erleichtern das Projektmanagement

Die Nutzung von Social Media verändert auch die Kommunikationskultur in Unternehmen. Die privaten Erfahrungen der Nutzer mit Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram und Messaging Diensten wie Whatsapp etc. prägen immer mehr auch die Erwartungen an die professionelle Kommunikation. Einfaches Veröffentlichen, effizientes Vernetzen, kurze Kommunikationswege, nutzerfreundliches Design – all dies machen uns die populären Social Media Kanäle vor. Warum also sollten dieselben Nutzer dann in Ihrem Unternehmen umständlich mit E-Mail kommunizieren, in Intranet-Datenfriedhöfen nach Informationen suchen, Termine in Outlook koordinieren, Projektpläne auf gemeinsamen Laufwerken in Excel verwalten usw. Gerade wenn es um Zusammenarbeit und Vernetzung geht, zeigen die Social Media Tools, wie es auch einfach gehen kann.

[Tweet „#socialmedia tools vereinfachen #projektmanagement in der #Unternehmenskommunikation“]

Im Business Bereich gibt es schon zahlreiche Anbieter, die Intranet und interne Organisation in Unternehmen in hilfreiche Tools und Apps umgewandelt haben. Wir haben uns im Bereich der kollaborativen Tools umgesehen. Slack oder asana sind beispielsweise Soziale Netzwerke, die sich im Businessbereich im Teamwork bewährt haben. Für Unternehmen stellt sich die Frage, ob diese kostenpflichtige digitale Form von Kommunikation es wert ist, eingeführt zu werden. Wer den anfänglichen Mehraufwand durch zusätzliche Kommunikationskanäle betrachtet, sollte in Rechnung stellen, dass in der Regel eine Konsolidierung stattfindet. Arbeitsprozesse und Teamarbeit werden vereinfacht durch die Einführung eines Tools, welches Intranet, Wiki, Dateiablage und Teile der E-Mail Kommunikation vereint. Testversionen und im Umfang reduzierte Versionen, die gratis erhältlich sind, erleichtern den Unternehmen den Einstieg. In diesem Zusammenhang haben wir das Organisations-und Planungstool Trello getestet, welches sich im Teamwork eignet, um Aufgaben und ToDo Listen zu erstellen, zu managen, zu kommentieren, um letztlich im gesamten Team den Überblick zu behalten.

Wie Trello funktioniert

Trello ist ein Organisationstool, das sich sehr gut für die thematische Sortierung von Projekten und deren Bearbeitung eignet sowohl im Desktopmodus als auch in der mobilen Version bzw. als App für Android und Apple-Geräte.

Boards

Gearbeitet wir mit verschiedenen Boards, die dem entsprechenden Thema zugeordnet werden – man kann diese privat nutzen oder innerhalb einer Gruppe Boards erstellen, die dann alle einsehen können bzw. ganz öffentlich machen, so dass jeder mit dem Link das Board einsehen kann. Mit Hilfe von Administratorenrechten, denen man den Mitgliedern der Gruppe zuweist, kann man diese Boards verschieden bearbeiten.

Listen 

Auf diesem Board – welches dann zum Beispiel ein Projekt sein kann, kann man verschiedene Listen zufügen. Bewährt haben sich dreiteilige Listen mit beispielsweise „todo“, „pending“ und „done“.

Karten

Jede Aufgabe innerhalb eines Projektes sollte mit einer Karte versehen werden. Für die Organisation der Arbeitsaufträge hat man die Möglichkeit

  • Mitglieder in die Karte zu ziehen, um den Verantwortlichen zu zeigen
  • Labels zu vergeben
  • Checklisten zu erstellen
  • Fristen zu setzen – Koordination mit Outlookterminen ist möglich
  • Dokumente anzuhängen,
  • Kommentare zu setzen, etc.

Diese Karten können beliebig in den Boards verschoben, kopiert und für andere Mitglieder oder externe via Link freigegeben werden. So lässt sich beispielweise die Karte problemlos von der Todo Liste, in den Pendingbereich und nach erfolgreicher Erledigung in die Done-Liste verschieben. Oder in ein ganz anderes Themengebiet also ein anderes Board verschieben oder kopieren.

Archiv

Man kann abgearbeitete Aufträge archivieren und so das Board übersichtlich lassen, aber für spätere Zusammenstellungen der gesamten Projektleistungen alle Karten wieder ersichtlich machen.

Résumé:

Vorteil:

Wer statt der chronologischen Kalenderübersicht gerne thematisch arbeitet, der hat mit Trello ein gutes Tool, das dieses mit einer direkten Kommentarfunktion ermöglicht. Gerade die mobile Version lässt ein Wechseln zwischen verschiedenen Listen auf übersichtliche Weise zu – und ermöglicht von überall den Zugriff auf die zu bearbeitenden Projekte und deren Mitglieder.

Nachteil:

Bei Themen, die kaum Bilder, Produkte, Graphiken beinhalten, kann die visuelle Aufmachung des Tools langweilig wirken. Möglicherweise führt dann der fehlende visuelle Reiz nicht zur Motivation einer Umstellung auf ein solches Social Media Portal. Um dem entgegenzuwirken kann mit grafisch ansprechenden Hintergrundbildern, dem Einführen von Mitarbeiterbildern statt der Namenskürzel, etc. ein optischer Anreiz geschaffen werden.

Daher ist vor jeder Neuimplementierung eines jeden Tools, welches die gesamten Mitarbeiter nutzen sollen, eine Auseinandersetzung mit den Oberflächen und Arbeitsweisen unumgänglich, um den erfolgreichen Launch des neuen Kommunikations- und Projektmanagementtools in der Unternehmenskommunikation zu garantieren.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Apps und Sozialen Netzwerken in der Unternehmenskommunikation gemacht? Welche Tools können Sie empfehlen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Tipps, wie Sie dem digitalen Wandel in der Unternehmenskommunikation Rechnung tragen.

 

Von Jacqueline Althaller